Erfreulicher Ausgang: TSV Aitrang hat eine neue Vorstandschaft

Außerordentliche Mitgliederversammlung stellt die Weichen für die Zukunft des Vereins

Erleichterung beim TSV Aitrang: Nach einer langen und intensiven Suche ist es gelungen, die Vorstandschaft neu zu besetzen und damit die Zukunft des traditionsreichen Turn- und Sportvereins zu sichern. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 15. Oktober 2026 im Gasthof Ziegerer wurden nicht nur die erforderlichen Neuwahlen durchgeführt, sondern auch wichtige finanzielle und strukturelle Entscheidungen für die kommenden Jahre getroffen.

Der scheidende Vorsitzende Christian Maier eröffnete die Versammlung und begrüßte die 66 anwesenden Mitglieder, darunter zahlreiche verdiente Ehrenmitglieder sowie den 1. Bürgermeister Michael Hailand. Auf der Tagesordnung standen neben dem Bericht des Vorstands die geplante Anpassung der Mitgliedsbeiträge sowie die mit Spannung erwarteten Neuwahlen.

Sportvereine stehen vor großen Herausforderungen

In seinem Bericht ging Maier zunächst auf die allgemeine Entwicklung der Sportvereine in Bayern ein. Insbesondere während der Corona-Jahre seien die Mitgliederzahlen zurückgegangen. Zwischen 2022 und 2025 sei jedoch wieder eine deutliche Erholung mit einem Anstieg der Mitgliederzahlen um durchschnittlich rund neun Prozent zu beobachten gewesen.

Gleichzeitig wurde anhand einer Grafik die Entwicklung der Anzahl der Sportvereine im Freistaat aufgezeigt. Seit 2019 seien rund 400 Vereine beziehungsweise etwa 3,3 Prozent weniger Sportvereine registriert. Die Ursachen hierfür seien vielfältig.

Für den TSV Aitrang sei deshalb bereits vor mehreren Jahren klar gewesen, dass Veränderungen notwendig sind, um den Verein zukunftssicher aufzustellen. Vor rund vier Jahren begann die intensive Überarbeitung der vereinsinternen Strukturen und der Geschäftsordnung.

Maier betonte, dass sämtliche Entscheidungen der vergangenen Jahre immer ein wesentliches Ziel verfolgt hätten: Der TSV Aitrang dürfe nicht Teil dieser negativen Entwicklung werden. Eine Schließung des Vereins müsse mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten verhindert werden.

Intensive Suche nach einer neuen Vorstandschaft

Anhand eines chronologischen Rückblicks zeigte Maier auf, welche Schritte der Verein unternommen hatte. Im April 2026 wurde die Geschäftsordnung erneut angepasst. Gleichzeitig erfolgte eine juristische Prüfung, unter welchen Voraussetzungen eine Vergütung der Vorstandstätigkeit möglich ist.

Mehrere Ausschreibungen zur Besetzung der Vorstandsämter blieben zunächst ohne Erfolg. Seit Mai wurde die Tätigkeit sogar auf Minijob-Basis angeboten, dennoch blieb die Resonanz gering.

Im September startete der TSV schließlich einen weiteren großen Aufruf: Mit einer Flyeraktion im gesamten Gemeindegebiet sowie einer erneuten Ausschreibung und einem prominenten Hinweis im Gemeindeinfo machte der Verein noch einmal auf die ernste Situation aufmerksam.

Parallel dazu beschäftigte sich der Hauptausschuss intensiv mit der finanziellen Situation und der Frage, wie eine Vergütung der Vorstandsarbeit langfristig getragen werden kann. Dabei bleibt das Vorstandsamt grundsätzlich ehrenamtlich. Eine mögliche Vergütung soll sich daher in einem angemessenen Rahmen bewegen.

Vorgesehen sind künftig monatlich 250 Euro für den 1. Vorstand, 150 Euro für den 2. Vorstand sowie 150 Euro für den Kassier.

Bei derzeitigen Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen von rund 37.000 Euro und zusätzlichen Ausgaben von etwa 8.000 Euro jährlich sollen die Beitragseinnahmen künftig auf rund 45.000 Euro steigen.

Mitgliedsbeiträge werden zum 1. Januar 2027 angepasst

Um die zusätzlichen Aufwendungen zu finanzieren und den Verein wirtschaftlich stabil aufzustellen, wurde der Mitgliederversammlung eine Anpassung der jährlichen Beiträge vorgeschlagen:

  • Kinder bis 13 Jahre: von 12 auf 15 Euro
  • Jugendliche bis 17 Jahre: von 25 auf 30 Euro
  • Erwachsene ab 18 Jahren: von 60 auf 72 Euro

Die 66 anwesenden Mitglieder stimmten der Beitragserhöhung einstimmig zu.

Zwei Kandidaten mit großer Verbundenheit zum TSV

Besonders erfreulich war schließlich, dass sich mit Torsten Jendrok und Anton Probst zwei Kandidaten für die Leitung des Vereins zur Verfügung stellten.

Der 48-jährige Torsten Jendrok aus Huttenwang, engagierte sich in der Vergangenheit als Jugend-Fußballtrainer im Verein. Für ihn sei es kaum vorstellbar, dass nach rund 100 Jahren Vereinsgeschichte plötzlich Schluss sein könnte. Besonders der große Mehrwert des Vereins für die Kinder und Jugendlichen am Ort ist für ihn Motivation, Verantwortung zu übernehmen.

Auch Anton Probst ist seit jeher eng mit dem TSV verbunden. Der gebürtige Aitranger engagiert sich insbesondere im Volleyball und übernimmt auch auf Bezirksebene in Schwaben verschiedene Aufgaben. Darüber hinaus ist er international als Schiedsrichter aktiv. Für den Gold-Paralympioniken wäre eine Schließung seines Heimatvereins undenkbar.

17 Ämter neu gewählt

Die anschließenden Neuwahlen wurden vom 1. Bürgermeister und Wahlleiter Michael Hailand geleitet. Sämtliche Wahlergebnisse fielen eindeutig aus.

Die neue Vorstandschaft beziehungsweise der Hauptausschuss setzt sich wie folgt zusammen:

  • 1. Vorstand: Torsten Jendrok
  • 2. Vorstand: Anton Probst
  • Kassier: Senta Braun
  • Kassenprüferinnen: Inge Huber und Susanne Richter
  • Sportwart: Florian Sackl
  • Liegenschaftswart: Jochem Schuller
  • Pressewart: Annette Breu
  • Schriftführerin und Veranstaltungswartin: Franziska Zeller
  • 1. Beisitzer: Uwe Seifert
  • 2. Beisitzer: Wolfgang Breu
  • Fahnenabordnung: Alois Huber, Franz Roth, Martin Schindele, Jürgen Schweikart und Karl Holzmann

Bürgermeister Michael Hailand erinnerte daran, wie viele Persönlichkeiten den TSV Aitrang über die Jahrzehnte geprägt haben, und dankte allen Beteiligten für ihre Bereitschaft, Verantwortung für den Verein zu übernehmen.

Dank an langjährig Engagierte

Zum Abschluss nutzten die scheidenden Vorstände Christian Maier und Ramon da Costa Holderried die Gelegenheit, sich bei langjährigen Wegbegleitern zu bedanken.

Besonders gewürdigt wurden Brigitte Großmann, die zwölf Jahre als Schriftführerin tätig war, und Ralf Großmann, der sich 15 Jahre als Vorstand engagiert hatte. Beide bleiben dem TSV Aitrang weiterhin verbunden, ziehen sich künftig jedoch aus der Arbeit im Hauptausschuss zurück.

Die Chance für die Zukunft genutzt

Was lange Zeit unsicher erschien, hat damit ein erfreuliches Ende gefunden. Die Mitglieder des TSV Aitrang haben die vielleicht entscheidende Chance genutzt, ihren Verein sicher für die Zukunft aufzustellen.

Mit der neu gewählten Vorstandschaft, einer breiteren Verteilung der Verantwortung und einer angepassten finanziellen Grundlage kann der Sportbetrieb mit seinen zahlreichen Trainingsstunden und Wettkämpfen weitergeführt werden.

Damit bleibt nicht nur ein über 100 Jahre alter Sportverein erhalten, vor allem bleibt ein wichtiger Ort für Sport, Gemeinschaft, Ehrenamt sowie die Kinder und Jugendlichen in Aitrang bestehen.

Von links nach rechts, unten, Annette Breu (Pressewart) , Uwe Seifert (Beisitzer) , Anton Probst (2. Vorstand), Torsten Jendrok (1. Vorstand), Christian Maier (scheidender Vorstand), oben Wolfgang Breu (Beisitzer), Ramon da Costa Holderried (scheidender Vorstand), Senta Braun (Kassier) , Ralf Grossmann (ehemaliges Hauptausschussmitglied, geehrt) , Brigitte Grossmann, (ehemaliges Hauptausschussmitglied, geehrt) Jochem Schuller (Liegenschaftswart) , Franziska Zeller (Schriftführerin & Veranstaltungswartin), Florian Sackl (Sportwart), es fehlen die Kassenprüferinnen: Inge Huber und Susanne Richter.

Fahnenabordnung, von links nach rechts unten Karl Holzmann, Alois Huber, oben Jürgen Schweikart, Franz Roth