
Liebe Trauerfamilie, liebe Angehörige, liebe Freunde, verehrte Trauergemeinde,
heute nehmen wir Abschied von einem Menschen, der über viele Jahrzehnte untrennbar mit dem TSV Aitrang verbunden war. Im Namen des gesamten Vereins möchten wir Josef Neher unseren letzten Dank und unsere letzte Ehre erweisen.
Es gibt Menschen, die einen Verein nicht nur begleiten, sondern ihn mitgestalten und prägen. Josef war genau so ein Mensch. Für ihn war der TSV Aitrang weit mehr als ein Sportverein. Er war ein Stück Heimat, eine Gemeinschaft und ein Ort, an dem Verantwortung, Zusammenhalt und Freundschaft gelebt wurden.
Wer Josef kannte, wusste, dass er sich nie in den Vordergrund drängte. Er war jemand, der anpackte, wenn Arbeit zu erledigen war, der Verantwortung übernahm und dabei immer das Wohl des Vereins im Blick hatte. Sein Einsatz war selbstverständlich – nicht, weil es von ihm erwartet wurde, sondern weil ihm der TSV Aitrang am Herzen lag.
Von 1986 bis 2002 führte Josef unseren Verein als Vorstand. Sechzehn Jahre lang trug er Verantwortung – in einer Zeit, in der sich auch das Vereinsleben stetig weiterentwickelte. Viele Entscheidungen mussten getroffen, Veranstaltungen organisiert und Herausforderungen gemeistert werden. Josef führte den Verein mit Umsicht, Verlässlichkeit und großem persönlichen Engagement. Er war Ansprechpartner für Jung und Alt, hatte stets ein offenes Ohr und verstand es, Menschen zusammenzubringen.
Für diese außergewöhnliche ehrenamtliche Arbeit wurde er im Jahr 2003 vom Bayerischen Landes-Sportverband für seine 15-jährige Vorstandstätigkeit besonders geehrt. Diese Auszeichnung war eine verdiente Anerkennung für viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die oft im Verborgenen geleistet wurde.
Doch Josef war nicht nur ein engagierter Vorsitzender. Er war vor allem Fußballer mit Leib und Seele.
Besonders eng verbunden war er mit unserer AH-Mannschaft. Dort absolvierte er beeindruckende 229 Spiele und erzielte dabei 101 Tore. Damit gehört Josef bis heute zu den Spielern mit den meisten Einsätzen für die Aitranger AH. In der ewigen Torjägerliste belegt er noch heute den vierten Platz.
Hinter diesen Zahlen steckt weit mehr als eine sportliche Bilanz. Sie erzählen von unzähligen Trainingsabenden, von Spielen bei Wind und Wetter, von Siegen und Niederlagen, von gemeinsamen Ausflügen, geselligen Stunden und einer Kameradschaft, die weit über den Fußball hinausging. Josef war einer, auf den man sich verlassen konnte – auf und neben dem Platz.
Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Förderung des Nachwuchses. Schon bevor er das Amt des Vorsitzenden übernahm und auch während dieser Zeit engagierte er sich als Jugendtrainer in der Fußballabteilung. Mit viel Geduld und Begeisterung vermittelte er Kindern und Jugendlichen nicht nur den Fußball, sondern auch Werte wie Fairness, Teamgeist und Respekt.
Dabei war es für ihn etwas ganz Besonderes, seine eigenen Söhne auf ihrem sportlichen Weg begleiten zu dürfen. Viele Eltern kennen dieses Gefühl: mitzuerleben, wie die eigenen Kinder wachsen, gemeinsam Erfolge feiern und manchmal auch Niederlagen verarbeiten. Josef hat diese Zeit nicht nur als Vater, sondern auch als Trainer mit großer Hingabe gestaltet.
Die vielen jungen Spieler, die damals mit ihm trainierten, erinnern sich sicherlich nicht nur an Übungen oder Ergebnisse. Sie erinnern sich an einen Menschen, der sich Zeit nahm, der motivierte, der lobte und der immer daran glaubte, dass Gemeinschaft wichtiger ist als der einzelne Erfolg.
Für all seine Verdienste wurde Josef im Jahr 2010 zum Ehrenvorsitzenden des TSV Aitrang ernannt. Diese Ehrung war weit mehr als ein Titel. Sie war Ausdruck unserer Dankbarkeit für einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg unzählige Stunden seiner Freizeit unserem Verein geschenkt hat.
Wenn wir heute auf sein Leben im TSV zurückblicken, denken wir nicht zuerst an Ämter oder Statistiken. Wir denken an Josef als Menschen.
An seine Verlässlichkeit.
An seine Hilfsbereitschaft.
An seine ruhige und besonnene Art.
An viele Gespräche am Spielfeldrand, an gemeinsame Sitzungen, an Vereinsfeste, an unzählige Begegnungen, bei denen man spürte, wie wichtig ihm der Zusammenhalt war.
Josefs Engagement beschränkte sich jedoch nicht allein auf den TSV.
Im Jahr 1985 trat er dem Veteranenverein bei und blieb ihm von da an über viele Jahrzehnte als treues Mitglied verbunden. Die Traditionen unseres Ortes lagen ihm besonders am Herzen. Mit großem Respekt setzte er sich für die Erinnerung an die Leistungen und Opfer früherer Generationen ein und wusste um die Bedeutung einer lebendigen Gedenkkultur.
Menschen wie Josef sind das Fundament eines Vereins. Sie sorgen dafür, dass Traditionen weitergegeben werden, dass junge Menschen eine Heimat finden und dass Gemeinschaft entstehen kann. Oft geschieht das ganz selbstverständlich und ohne großes Aufsehen. Erst wenn ein solcher Mensch nicht mehr da ist, wird deutlich, wie groß seine Spuren eigentlich sind.
Diese Spuren werden bleiben.
Sie bleiben in unserem Vereinsleben, in den Erinnerungen seiner Weggefährten und in den Geschichten, die noch lange erzählt werden.
Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt heute seiner Familie, sowie allen Angehörigen. Wir wünschen Ihnen viel Kraft, Trost und Zuversicht in dieser schweren Zeit. Mögen die vielen gemeinsamen Erinnerungen Ihnen Halt geben und Sie daran erinnern, wie viel Josef den Menschen bedeutet hat.
Lieber Josef, Du hast unseren TSV Aitrang über Jahrzehnte mitgeprägt. Als Fußballer, Jugendtrainer, Vorstand und Ehrenvorsitzender hast Du Verantwortung übernommen und unseren Verein mit Deinem Einsatz bereichert. Dafür sind wir Dir von Herzen dankbar.
Wir werden Dich als engagierten Sportkameraden, als verlässlichen Weggefährten und als guten Freund in ehrender Erinnerung behalten.
Dein Platz in unserem Verein wird immer ein besonderer bleiben.
Ruhe in Frieden.
Christian Maier – 1. Vorstand Turn- und Sportverein Aitrang e.V.
Aitrang 2. Juli 2026
